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Sichtbeton erobert die Wohnungen
Eigentlich ist es die Regel, dass Wände und Decken verputzt oder tapeziert werden. Allerdings ziehen immer mehr puristische Architekten inzwischen eine andere Gestaltungslösung vor: Sichtbeton.
So nennt man den Beton, der ohne Tapeten, Putz oder deckende Anstriche eine sachliche Atmosphäre entfaltet. Jede Sichtbetonfläche ist dabei ein Unikat, deren Eindruck von der Schalung bestimmt wird, in welche der flüssige Beton gegossen wird. Dabei lassen sich je nach Schalung Oberflächeneffekte von sägerau bis samtglatt erzielen. Eine Hülle aus ebenem Stahl garantiert eine scharfkantige, glatte Fläche. Raue Bretter hinterlassen eine grobe Holzmaserung.
Fugen, die an den Nahtstellen der einzelnen Schalelemente entstehen, müssen entweder gleich als Gestaltungselement mit einbezogen oder kaschiert werden. Durch die gezielte Auswahl von Gesteinskörnungen, zum Beispiel Granit, Quarz, runder Kies, eckiger Splitt, aber auch Metall oder Glasgranulat wird mit Farben und Formen gespielt. Geschliffene und polierte terrazzoartige Flächen sind genauso möglich wie Effekte, die an Steinmetzarbeiten erinnern.
Sichtbeton kann entweder vor Ort gegossen oder als im Werk produziertes Fertigteil eingebaut werden. Dabei sollte bedacht werden, dass jeder Fehler sofort zu erkennen ist und dass sich dieser nachträglich auch nur schwer beheben lässt.




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